Freitag, 21. Juni 2013

Wer war Johannes - Teil 2

Ich bin immer noch tiefbeeindruckt von Johannes Reaktion auf Jesu Worte: "Komm, und folge mir nach!" Diese Worte haben ihn dazu gebracht, alles stehen und liegen zu lassen. Nun stelle ich mir mal wieder die Frage: Würde ich es auch so machen? Obwohl ich ihm schon so lange nachfolge, weiss ich genau, dass es immer noch Momente gibt, an denen ich wahrscheinlich sagen würde: “Jesus, kannst du bitte bis morgen warten, damit ich Zeit habe, mir dies genau zu überlegen. Ich muss auch noch eben im Kalender nachschauen, ob nichts anderes Wichtiges geplant ist.”

Wenn du ganz ehrlich bist, wie würdest du Jesus heute antworten, wenn er zu dir sagen würde, "Komm, und lass uns was ganz Neues beginnen!"? 




Aber zurück zu Johannes. Wir haben uns letztes Mal den Anfang seines dreijährigen Abenteuer mit Jesus angeschaut. Die nächsten Stellen, die wir nun zusammen lesen wollen, geben uns einen kleinen Eindruck davon, was für eine Person Johannes war, als er Jesus begegnete.

Schlage einmal Markus 3, 13-19 auf und notiere dir den Namen, den Jesus hier Johannes und seinem Bruder Jakobus gibt.



In der Anmerkung zu dem griechischen Wort Boanerges, das hier benutzt wird, habe ich folgende Bemerkung gefunden: “Dieser Name erweckt den Anschein von feurigem und zerstörendem Eifer, der mit einem Gewitter vergleichbar ist.” (net.bible.org) Wie muss ein Mann auftreten, damit wir ihm den Spitznamen “Donnersohn” oder “Gewitter” geben würden.

Schreibe einfach einmal kurz auf, was für Bilder in dir wachgerufen werden, wenn jemand dir von seinem Freund “Gewitter” erzählen würde.



Wenn ich darüber nachdenke, sehe ich einen Schrank von Mann vor mir, wahrscheinlich mit vielen Tattoos, dem ich lieber nicht im Dunkeln allein begegnen würde. Jemanden, der schnell laut wird, und weiss, wie er seinen Willen durchsetzen kann; und wenn es sein muss auch mit Gewalt. Und dies ist so gar nicht das Bild, das ich bis jetzt von Johannes in meinem Kopf hatte.

Mit diesem Namen im Hinterkopf, lasst uns die nächste Stelle lesen. Schlag dafür Lukas 9, 51- 56 auf und beschreibe kurz wie diese Begebenheit zu Johannes Spitznamen passt.





Entweder machen hier Johannes und Jakobus ihrem Namen alle Ehre, oder, wie manche glauben, ist dies die Begebenheit aufgrund deren die beiden ihren Namen von Jesus bekamen. Es passt auf jeden Fall zusammen. Es ist nicht ganz klar, ob sie sich einfach nur aufregten, weil sie keine Unterkunft bekommen haben, oder ob auch die Tatsache, das es sich um Samariter handelte (Menschen, die ein “guter Jude” nicht leiden konnte), bei ihrer Reaktion eine Rolle spielte. Eins ist auf jeden Fall klar: Sie machten ihren Ärger Luft.

Lies nun die folgenden beiden Stellen und schreibe jeweils auf, wofür Johannes eintritt und wie Jesus darauf reagiert?

Markus 10, 35 − 45:



Lukas 9, 46 − 50:




Wenn ich diese Stellen so lese, und ich ein neues Bild von Johannes bekomme, dann kann ich mich schnell fragen, ob Jesus nicht  besser jemand anderen zu seinem Jünger berufen hätte. Hat sich Jesus nicht irgendwann gefragt, ob er einen Fehler gemacht hat, als er Johannes zu einen der 12 machte? Dies sind zumindest Fragen, die ich mir stellen würde. Und es sind Fragen, die mir auch in meinem täglichen Leben begegnen. Ich weiß nicht, wie es bei euch aussieht, aber in meinem Leben gab es immer wieder mal Personen in meiner Gemeinde, bei denen ich Gott schnell die Frage stellen konnte: “Bist du dir sicher, dass du da die richtigen Personen zusammen gestellt hast, um diese Aufgabe zu erledigen? Hättest du nicht jemanden finden können, mit dem es einfacherer gewesen wäre? Es ist ja nicht so, dass ich die Person nicht mag, aber wir passen so gar nicht zusammen.”  Oft sind unsere Vorstellungen davon, wie jemand sein muss, um eine Aufgabe zu erfüllen, so weit von Gottes Vorstellungen entfernt. So wie es mir bei diesem Bild, dass wir bis jetzt von Johannes bekommen haben, geht.

Um das ganze noch eine Stufe interessanter zu machen, geht Jesus sogar noch einen Schritt weiter. Johannes wurde nicht nur ein Jünger Jesus, und damit später einer der 12 Apostel - er gehörte mit Jakobus und Petrus auch zum engeren Kreis, der Jesus immer begleiten durfte. Trotz seinem “donnerhaften” Auftreten, und seiner wahrscheinlich schnell aufbrausenden Art, sah Jesus mehr in ihm, so dass er ihn fast immer bei sich hatte. Und diese enge Beziehung ging nicht spurlos an Johannes vorbei. Aber dazu mehr später.

Lies dir nun erstmal die drei Stellen durch, und beschreibe kurz, was nur die drei engsten Jünger Jesu miterlebten. Und versuche dann zusammenzufassen, welche Bedeutung diese Ereignisse wahrscheinlich für sie und ihr Verständnis von Jesus hatten.

Markus 5, 37 −4



Lukas 9, 28-36



Markus 14, 32-42



In den ersten beiden Stellen wurden die drei Freunde Zeuge von etwas Unglaublichen. Sie sahen Jesus als Sohn Gottes. In der ersten Stelle sahen sie seine Macht über den Tod und bei der Verklärung hörten sie Gott, der persönlich erklärte, dass Jesus sein Sohn ist. Aber das ist nur die eine Seite. Denn dann erlebten sie ihn am Ende seiner Zeit auf Erden auch als Mensch, der Hilfe und seine Freunde für dieses letzten, großen Schritt brauchte. Sie wurden die engsten Zeugen davon, dass Jesus sowohl Mensch als auch Gott war. Und dies ging nicht spurlos an ihnen vorbei.

Aus welchen Gründen auch immer Johannes einer dieser drei wurde, auf jeden Fall ließ er sich auf Jesus ein und ließ sich durch diese Freundschaft verändern. Am Ende, kurz bevor Jesus starb, machte er Johannes sogar zum Sohn von Maria an seiner Stelle: “Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger, den er liebte, dabeistehen, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich.” (Johannes 19, 26-27, ELB)

Und Johannes selbst kann es gar nicht fassen, dass Jesus ihn so liebt. Im ganzen Johannesevangelium beschreibt er sich als “den Jünger, den Jesus liebte”. D.A. Carson geht in seinem Kommentar davon aus, dass dies ein Ausdruck davon ist, wie sehr Johannes es selbst nicht glauben kann, dass Jesus gerade ihn so liebt.  Er schreibt: “Diejenigen, die sich auf tiefgehende Weise ihrer Sünde und ihrer Bedürftigkeit bewusst sind, und die daraus folgend von den Wundern beeindruckt sind, die sie in der Gnade Gottes, die sich zu ihnen ausgestreckt und sie gerettet hat, finden, die sogar sie gerettet hat, sind meistens auch diejenigen, die am ehesten von sich selbst als Objekt der Liebe Gottes in Jesus Christus reden. …. Wenn ein ‘Donnersohn’ zum Apostel der Liebe wurde, ist es kein Wunder, wenn er sich selbst als ein besonderes Objekt Jesu Liebe sieht. Aber das ist schwerlich ein Zeichen von Arroganz, es ist ein Zeichen der Zerbrochenheit.”  (“those who are most profoundly aware of their own sin and need, and who in consequence most deeply feel the wonders of the grace of God that has reached out and saved them, even them, are those who are most likely to talk about themselves as the objects of God’s love in Christ Jesus. … If a ‘son of thunder’ has become the apostle of love, small wonder he thinks himself as the peculiar object of the love of Jesus. But that is scarcely the mark of arrogance; it is, rather, the mark of brokeness." D.A. Carson, The Gospel according to John, 1991, Seite 76)



Jesus hat Johannes da abgeholt, wo er war. Und obwohl ihn viele wahrscheinlich nicht ausgewählt hätten, Jesus tat es, und er veränderte Johannes in den drei Jahren zusammen, so dass er am Ende zum Apostel der Liebe wurde. Nach Jesu Himmelfahrt wurde Johannes zu einer Stütze in der ersten Gemeinde (siehe Galater 2,9) und schrieb nicht nur das Johannesevangelium, sondern auch noch drei Briefe. Wer hätte das von jemanden erwartet, der den Spitznamen “Donnersohn” von Jesus bekam?

Jesus gab Johannes nicht nur einen neuen Beruf, er veränderte ihn. Jesus sah Johannes nicht nur als den Menschen, der er war, sondern als den, den er durch seine Hilfe werden würde. Und das Beste dabei ist, dass Jesus das auch heute noch kann. Er sieht uns, wie wir sein können, wozu er uns erschaffen hat. Und er will und wird uns verändern, und uns zu der Frau machen, zu der er uns berufen hat, wenn wir ihn nur lassen. Und das Gleiche gilt für jede Christen. Wenn ich auch gerade nicht verstehe, warum Gott mich genau mit diesen Christen in eine Gemeinde und Aufgabe gestellt hat, so weiss ich doch, dass er in mir und meinen Mitchristen am Werk ist. Und das bewirkt  oft gerade durch die Personen, die so gar nicht zu mir passen. Ich bin so froh, dass Paulus Worte in Philipper 1, 16 nicht nur auf Johannes zu trafen, sondern auch auf uns zu treffen: 

“Ich bin ebenso in guter Zuversicht, 
dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, 
es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu.” (ELB) 

Und dieser Mann, der durch seinen Begegnung mit Jesus und seine drei Jahre mit ihm, von einem Donnersohn zum Apostel der Liebe wurde, beschreibt uns in seinem Evangelium vieles von dieser Zeit. Und wenn wir uns nun gemeinsam auf die Reise machen, diesen Bericht zu studieren, hoffe ich, dass Gott ihn auch in unserem Leben benutzt, uns immer mehr zu der Frau zu machen, die er jetzt schon in uns sieht.

Freitag, 26. April 2013

Wer war Johannes - Teil 1


Mittlerweile lese ich viele Bücher auf Englisch, und dabei ist mir aufgefallen, dass man bei den Meisten eine kurze Beschreibung des Autors auf dem Buchrücken oder den ersten Seiten findet. Oft wird angegeben, wo sie wohnen, ob sie alleine leben oder Familien haben. Man findet Informationen dazu, was sie sonst noch so geschrieben oder welche Preise sie gewonnen haben. So nach dem Motto: “Dies sind die Gründe, warum du diesem Menschen zuhören solltest.” Bei den meisten Büchern ist es mir egal, aber manchmal ist es doch ganz interessant. Und wenn ich die kurzen Beschreibungen so lese, wünsche ich mir dann von Zeit zu Zeit, dass die Bücher der Bibel auch so etwas hätten. Manche Bibel haben ja eine Einleitung zu den einzelnen Büchern, in der sie die wichtigsten Informationen über das Buch zusammenfassen. Dann wird unter anderem auch erwähnt, wer das Buch geschrieben hat, wenn der Autor überhaupt bekannt ist. Aber meistens sagen sie nicht, wer diese Person war. 
Welche Beziehung hatte der Autor zu Jesus, besonders wenn er ein Evangelium geschrieben hat? Was bewegte ihn dazu (neben dem Heiligen Geist und Gott, der immer auch als Autor genannt werden muss), dieses Buch zu schreiben? Was machte der Autor sonst so im Leben? 
Dies sind ein paar der Fragen, die mir einfallen, aber vielleicht habt ihr ja ganz andere, die ihr den Schreibern der Bibel stellen würdet.

Wenn du könntest, welche Fragen würdest du gerne den Autoren der Bibel stellen?





Auf das Evangelium des Johannes bezogen stellt sich zunächst die Frage, wer dieser Johannes ist, der laut Titel dieses Buch geschrieben hat. 

Lies Johannes 21, 20 − 24 und schreibe auf, was diese Verse dazu sagen.






Viele Dinge im Evangelium selbst weisen darauf hin, dass es Johannes, der Sohn von Zebedäus ist, oder der Jünger, der im Johannesevangelium oft als “Jünger, den Jesus liebte” benannt wird. Johannes 1,14 und 19, 35 sind starke Anzeichen dafür, dass er einer der Apostel war, einer der 12 Jünger bzw. der “Jünger, den Jesus liebte”, wie es wir gerade zusammen gelesen haben. Und die enge Verbundenheit  von diesem Jünger zu Petrus (siehe z.B. Johannes 13, 23-24, Johannes 18, 15-16, oder Johannes 20, 2-9 und zum Vergleich dazu Lukas 22, 8 , Apostelgeschichte 1, 13 oder Galater 2,9) deutet stark darauf hin, das es Johannes war. Hinzu kommt noch, dass die frühen Kirchenväter (z.B. Justin der Märtyrer, einer der ersten der Johannes Mitte des 2. Jahrhunderts zitiert) dies unterstützten. Deswegen gehe ich davon aus, dass der Johannes, der das Evangelium geschrieben hat, auch der Jünger Johannes ist. 

Wer ist aber nun dieser Jünger Johannes? 

Um nun ein paar der Fragen von vorher zu beantworten, möchte ich mir gerne zusammen mit euch ansehen, was die Bibel, besonders die Evangelien uns über Johannes berichten. Und lasst uns dadurch versuchen, herauszufinden, wer es war, der uns dieses Evangelium geschrieben hat, das so anders ist, als die anderen drei.

Die wahrscheinlich erste Begegnung, die Johannes mit Jesus persönlich hatte, ist in Johannes 1, 35-39 beschrieben. Viele gehen davon aus, dass der zweite Jünger, der in diesen Versen erwähnt wird, Johannes ist, da Johannes sich selbst nie in seinem Evangelium bei Namen nennt. Es gibt einige Theologen, die sich da nicht so sicher sind. D. A. Carson sagt in seinem Kommentar zum Johannesevangelium, was für mich viel Sinn macht: “Einer von ihnen war Andreas, Simon Petrus Bruder (Vers 40); der andere wird nicht benannt. Die traditionelle Identifikation des ungenannten Jüngers als den Evangelist, den ‘geliebten Jünger’ ist plausibel genug. Eine Anzahl von Merkmalen in diesem Bericht, wie zum Beispiel die Spezifikation der Stunde (Vers 39), können als Details erklärt werden, die sich scharf in das Gedächtnis des Schreibers eingeprägt haben, als er zum ersten Mal Jesus Christus begegnet ist. Aber es gibt keinen Beweis für diese Identifikation.” (“One of them was Andrew, Simon Peter’s brother (v. 40); the other is not named. The traditional identification of the unamend disciple as the Evangelist, the ‘beloved disciple’, is plausible enough. A number of features in the account, such as the specification of the hour (v. 39), can be explained as details sharply etched on the mind of the writer when he first encountered Jesus Christ. But there is no proof of this identification.” D. A. Carson, The Gospel according to John, 1991, Seite 154)


Wir gehen nun mal von dieser Annahme aus. Lies nun selbst Johannes 1, 35 − 39 und schreibe auf, was du hier alles über Johannes lernst. 




Mir fiel beim Lesen dieser Stelle auf, das Johannes hier als Jünger von Johannes dem Täufer genannt wird. Das allein zeigt mir, dass Johannes wahrscheinlich auf der Suche nach der Wahrheit war. Es war ihm wahrscheinlich wichtig, wer der Messias war, und was Johannes der Täufer über ihn zu sagen hatte. Und das zweite, was auffällt, ist die Tatsache, dass er Johannes den Täufer bezeugen hörte, dass Jesus das ‘Lamm Gottes’ ist, und er daraufhin Jesus folgte, um zu sehen, ob es stimmt. Er bleibt nicht bei Johannes dem Täufer, sondern er hat dessen Botschaft verstanden. Die Aufgabe und Botschaft von Johannes dem Täufer war es von Anfang an, auf den Messias hinzuweisen und die Menschen auf dessen Kommen vorzubereiten. Nachdem Johannes nun hört, dass Jesus dieser Messias sein soll, folgt er diesem, um herauszufinden, wer dieser Jesus ist, und ob er wirklich der Messias ist.

Bevor ich noch mehr dazu schreibe, lies nun Markus 1, 16 − 20. Schreibe wieder auf, was diese Stelle dir über Johannes berichtet.




Beide Begebenheiten beschreiben für mich einen Menschen, der auf der Suche nach der Wahrheit ist, und der dafür bereit ist, alles in seinem Leben zu ändern. Er weiß genau, dass wenn Jesus wirklich der Messias ist, dann ist Zeit mit ihm zu verbringen, ihm nachzufolgen, viel wertvoller, als seinem normalen Leben nachzugehen. Er ist es wert, die Sicherheit seines Jobs aufzugeben, seine Familie zu verlassen und sich in ein neues Abenteuer zu stürzen, von dem er nicht wusste, wie es enden würde.

Und das ist genau die Einstellung, die ich auch gerne Tag ein, Tag aus haben möchte. Ich weiß, dass Jesus es mehr als wert ist, alles andere für ihn aufzugeben. Und trotzdem fordert mich die Reaktion von diesen ersten Jüngern immer wieder dazu auf, mein Leben zu überdenken. Bin ich wirklich bereit, alles für ihn aufzugeben. Und dies nicht nur für einen tollen Mann, sondern für meinen Retter, der sein Leben für mich hingegeben hat, und für einen Gott, über den Paulus schreibt: “Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat - wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?” (Römer 8, 32, Elberfelder).

Zum Abschluss von diesem Teil, möchte ich dich herausfordern, darüber nachzudenken, ob du bereit bist, alles für Jesus aufzugeben. Wenn ja, dann schreibe auf warum, und wenn nein, was hindert dich daran.





Ich bin Gott mehr als dankbar dafür, dass ich ihn als meinen liebenden Vater kennengelernt habe, dem ich voll und ganz vertrauen kann. Und ich wünsche mir für uns alle, dass dies mehr und mehr zu einer greifbaren Realität in unserem täglichen Leben wird, die uns dazu bringt, alles stehen zu lassen, um ihm zu folgen.


Sonntag, 17. März 2013

Sich Verlieben - Vorwort

Sich Verlieben ist ein tolle Sache - etwas Neues, Aufregendes beginnt. Vieles verändert sich oder hat das Potential sich zu verändern. Man gelangt auf eine Achterbahn der Gefühle, und obwohl es ab und zu schwierig ist, finden wir es toll. Wir alle kennen wahrscheinlich dieses Gefühl, egal in welcher Situation wir gerade stehen, ob wir Single sind, oder verheiratet. Selbst wenn wir schon länger verheiratet sind, können wir uns höchstwahrscheinlich noch an die Zeit erinnern, in der wir uns in unseren Mann verliebt haben. Ich kann es auf jeden Fall. 


Nimmt dir jetzt ruhig ein paar Minuten, und schreibe auf, wie du dich gefühlt hast, als du dich verliebt hast. (Da dies Ganze ein Bibelstudium werden soll, bedeutet das auch, dass du aktiv werden kannst und sollst. Ich möchte dir nicht alles auf einem Teller servieren, sondern dich dazu ermutigen selbst Dinge zu entdecken. Und dies ist am einfachsten, wenn man seine Gedanken auch aufschreibt. Da dies nun kein Buch ist, in dem du dir einfach Notizen machen kannst, sondern ein Blog, ermutige ich dich trotzdem, dir entweder die Posts auszudrucken (deswegen lasse ich etwas Platz unter den Fragen), oder einfach ein Notizbuch zu nehmen, um dir dann die Fragen und Antworten für dich selbst aufzuschreiben.) Also noch einmal zu Erinnerung: Wie hast du dich gefühlt, als du dich verliebt hast.





Etwas, an das ich mich noch sehr gut erinnern kann, ist die Tatsache, dass ich nicht genug Zeit mit John verbringen konnte. Ich wollte ständig bei ihm sein, mit ihm reden, ihm zu schauen, egal, was er auch gerade machte. Ich wollte ihn näher kennen lernen. Und genoss oft einfach seine Gegenwart.

Mittlerweile fragt ihr euch wahrscheinlich, was das Ganze nun mit dem Studieren der Bibel zu tun hat. Für mich ist das Studieren der Bibel genauso, als ob ich neben John sitze, ihm zu höre, und versuche zu verstehen, was er sagt, was ihn bewegt, ihn besser kennen lerne. Ich lerne Gott näher kennen und ich lernen mich besser kennen, besonders wie Gott mich sieht. Und ich lerne Gott mehr und mehr lieben. Unsere Beziehung mit Gott ist auf Liebe basiert. Er liebt uns - wir lieben ihn. Allerdings ist unsere Liebe zu Gott nicht auf die Gefühle des Verliebtseins, oder Schmetterlinge im Bauch gebaut. Sicherlich spielen die Gefühle auch eine Rolle, aber unsere Liebe zu Gott soll weiter gehen, alles umfassen. Jesus beschreibt diese Liebe für uns folgendermaßen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand." (Matthäus 22, 37, NGÜ).


Lies 1. Johannes 4, 19 und schreibe auf, warum wir Gott lieben.






Gottes Liebe zu uns ist der Anfang. Dies zu verstehen, ist etwas, was für unser tägliches Leben so wichtig ist. Seine Liebe, die er uns auf die wunderbarste Weise zeigte, indem er seinen Sohn auf die Welt sandte, damit er an unserer Stelle für unsere Sünden stirbt, kann jeden Teil unseres Lebens täglich verändern. Es ist so wichtig, dass wir wissen wer wir sind - Gottes geliebte Kinder. Wir sind geliebt, und das Wissen ist eine Quelle der Kraft, der Zufriedenheit, der Sicherheit… 
Und welches Buch der Bibel eignet sich besser dafür, Gottes Liebe zu uns zu studieren, als das Evangelium des Johannes. Immerhin stammt der wohl bekannteste Vers aus diesem Evangelium. 


Schlag nun Johannes 3, 16 auf, und schreibe den Vers in deinen eigenen Worten auf.






Gott liebt uns so sehr, das er nicht möchte, das wir verloren gehen. Deswegen kam Jesus auf die Welt. Und wir können nicht nur verloren gehen, was das Ende unseres Lebens anbetrifft, ob wir bei ihm sein werden oder nicht, sondern auch täglich. Ich kann verloren gehen, wenn mein Alltag zu stressig wird, und ich auf einmal merke, dass ich selbst nicht mehr weiss, warum ich nun so frustriert reagiere, warum ich meine Kinder gerade angeschrieen habe. Wie bin ich hier hingelangt, und wie komme ich hier wieder raus. Auch für diese alltäglichen Situationen, in denen wir uns verloren vorkommen, ist Jesus gekommen, um uns zu retten.

Seit längerem studiere ich nun das Johannesevangelium und bin begeistert. Und ich möchte euch auf diese Reise mit einladen. Das Ziel? Jesus, den Sohn Gottes, näher kennen lernen - und uns dadurch verändern lassen. Wenn ihr, so wie ich auch oft denke, nun denkt, ich kenne die Geschichten doch schon alle, dann fordere ich mich selbst, aber auch dich dazu auf, herauszufinden, ob das, was Augustinus über das Johannesevangelium gesagt hat, wahr ist: “Das Evangelium des Johannes ist flach genug, damit ein Kind nicht darin ertrinken, aber trotzdem tief genug, damit ein Elefant darin schwimmen kann.”


Bevor wir anfangen, möchte ich dich darum bitten, einfach mal aufzuschreiben, was die Worte “Jesus der Messias (oder der Christus), der Sohn Gottes” für dich bedeuten.





So, das war eine kleine Einführung zur der Frage warum ich das Evangelium des Johannes, bzw. erstmal das erste Kapitel, ausgewählt habe. Ich bin gespannt, was Gott mir durch diese Reise zeigen wird. Und ich bete für mich und für dich, dass wir offene Ohren und offene Herzen habe, um auf ihn zu hören, und uns von ihm verändern zu lassen.

Freitag, 1. März 2013

Warum eigentlich die Bibel studieren


Ich weiß, dass ich in meinem letzten Post geschrieben habe, dass ich euch dieses Mal mitteilen werde, welchen Abschnitt und damit auch welches Buch der Bibel wir uns zusammen in den nächsten Monaten anschauen wollen. Das hatte ich auch bis vor ein paar Stunden vor. Aber ich fange besser von vorne an.

Nachdem ich meinem Mann den Blog gezeigt hatte - also das Layout und meinen ersten Post - forderte er mich heraus, eine Gewohnheit zu entwickeln, so dass ich wenigstens 30 Minuten pro Woche mit diesem Blog verbringe. Dafür schlug er den Freitag Nachmittag vor. Das klang für mich nach einem machbaren Plan, da ich den Freitag Nachmittag zur Zeit immer zu meiner freien Verfügung habe, während er auf die Kids aufpasst. Und so überlegte ich nun seit ein paar Tagen, wie ich die Einleitung zu dem Abschnitt gestalten wollte. 

Aber dann kam alles anderes. Jeden Freitag treffe ich mich zuerst mit der Freundin, mit der ich die Bibelstudien mache, und mit der ich auch sonst mein Leben teile und Zeit im Gebet verbringe. Während wir heute Beth Moore bei der Zusammenfassung vom letzten Abschnitt in Jakobus, den wir durchgearbeitet hatten, lauschten, kamen wir zu einem Vers, der genau das Herz meines Blogs trifft, und der mich wieder mal ganz neu herausgefordert hat. 

Da er wie die Faust aufs Auge zum Ziel meines Blogs passt, wollte ich euch diesen Vers mitteilen, bevor wir anfangen. Zum besseren Verständnis ist hier der ganze Abschnitt (Der Vers, den ich meine, ist in rot verfasst.):


“Hört euch diese Botschaft nicht nur an, 
sondern handelt auch danach; 
andernfalls betrügt ihr euch selbst. 
Denn wer sich ´Gottes` Botschaft zwar anhört, 
aber nicht danach handelt, 
gleicht jemand, der sein Gesicht im Spiegel betrachtet und der, 
nachdem er sich betrachtet hat, 
weggeht und sofort wieder vergisst, wie er ausgesehen hat. 
Wer sich jedoch in das vollkommene Gesetz vertieft, 
das Gesetz der Freiheit, 
und es ständig vor Augen hat, 
wer also das Gehörte nicht vergisst, 
sondern es in die Tat umsetzt, 
der ist glücklich zu preisen, 
denn er wird gesegnet sein bei allem, was er tut.” 
Jakobus 1, 22-25 (NGÜ)

Der erste Teil des Verses spricht davon, dass wir uns “in das vollkommene Gesetz” vertiefen sollen. In den Versen davor spricht Jakobus von “dieser Botschaft” und “Gottes Botschaft”. Mit anderen Worten geht es hier um Gottes Wort. Und das sollen wir nicht nur lesen, wie wir vielleicht einen Roman lesen, sondern wir sollen die Bibel studieren, uns in sie vertiefen. Tief eintauchen. Ständig.

Aber nicht so, dass wir das Gelesene, Gehörte und Gelernte sofort wieder vergessen. So nach dem Motto, “Mann, war das eine tolle Stelle. Gott, du hast mich wirklich angesprochen.”, oder “Diese Predigt hat mich wirklich zutiefst bewegt.”, oder “Ich habe wirklich viel Neues gelernt.”, aber dann gehen wir in unseren Alltag zurück, und alles ist wie vorher. Nein, wir sollen es nicht vergessen, sondern “es in die Tat umsetzen”, es ausleben. Nicht nur Hören, sondern auch Tun. Oder mit den Worten von Beth Moore: “Lass dich vom Wort Gottes verändern!”

Und dies hat zur Folge, das wir gesegnet sind, bei allem, was wir tun. Dies ist ein Versprechen Gottes an uns. In diesem Fall ein bedingtes Versprechen, aber trotzdem ein Versprechen.

Was mich heute ganz neu angesprochen hat, und was ich hoffentlich auch nicht so schnell wieder vergessen werde, ist die Tatsache, dass man den Teil “das Gehörte nicht vergisst” laut der NET Bible® (New English Translation) auch mit “und nicht zu einem vergesslichen Zuhörer wird” (“and does not become a forgetful listener”) übersetzen kann. Beth Moore machte den Punkt, dass wir zwar zur Zeit Zuhörer sein können, die sich mit Gottes Wort beschäftigen und sich dadurch verändern lassen, aber dass ein jeder von uns in der Gefahr steht, ein vergesslicher Zuhörer zu werden. Und somit will ich mir immer wieder die eine Frage stellen, und möchte auch euch dazu herausfordern, sie euch zu stellen:

“Werde ich noch von Gottes Wort verändert ?”

Dienstag, 26. Februar 2013

Warum dieser Blog


Seit ein paar Jahren haben eine Freundin und ich gemeinsam ein paar Bibelstudien (meistens von Beth Moore, Autorin von "Du führst mich in die Freiheit" und "Lebendig und mächtig") zusammen durchgearbeitet und besprochen. Diese Zeiten waren immer ein Herausforderung für mich, in meinem Glauben zu wachsen. Gemeinsam ein Buch in der Bibel genauer zu betrachten und das mit der Hilfe eines Buches, das viele von den Hintergrundstudien, Parallelstellen und genauere Studien zu den angesprochen Themen für einen mit tiefgehenden Frage zusammenfasst, ist eine tolle Gelegenheit, mehr über Gott und sich selbst zu lernen. Gott hat diese Zeiten in meinem Leben jedes Mal dazu benutzt, mich reifer werden zu lassen, wenn ich ihm den Raum dazu gab. Und er tut es auch immer noch. Wir beide sind gerade dabei, gemeinsam durch das Buch Jakobus zu gehen.

Immer mehr wollte ich diese Erfahrung auch mit meinen Freundinnen teilen, die nicht fließend Englisch sprechen. Aber ich habe nie wirklich etwas Entsprechendes in Deutsch gefunden. Es wurden zwar die beiden oben genannten Bücher von Beth Moore ins Deutsche übersetzt, aber nie eins ihrer Bibelstudien. Was wahrscheinlich auch nicht so einfach wäre, da in den Büchern viele der Beispiele sehr amerikanisch geprägt sind oder sich auf Redewendungen beziehen, die wir im Deutschen nicht haben. Auch nach langem Suchen habe ich nichts Vergleichbares gefunden, das im Original in Deutsch verfasst wurde. Und deswegen ist bei mir der Traum wach geworden, selbst etwas zu schreiben. Immerhin leite ich immer gerne das Gespräch über einen Bibeltext in unserem Hauskreis, und auch die Predigten für die Frauenfreizeiten, die ich ich bis jetzt gemacht habe, haben mir sehr viel Spaß gemacht. Nach langem Beten und Gesprächen mit John (meinem genialen Ehemann) kam er auf die tolle Idee, doch einfach das ganze mit einem Blog anzufangen. Und dies ist nun mein Versuch, dies in die Tat umzusetzen. 


TIEF EINTAUCHEN

Der Titel des Blogs ist auch gleichzeitig das Motto. Ich möchte nicht einfach nur Fragen zum Textverständnis stellen, sondern mein Ziel ist es, eine Hilfe anzubieten, tiefer in den Text einzutauchen. Dabei werden wir uns Zusammenhänge in der ganzen Bibel anschauen, den historischen Hintergrund, Parallelstellen ..., einfach Sachen, die uns dabei helfen, den Text besser zu verstehen. Gleichzeitig werden wir aber auch in unser Leben tiefer eintauchen. Das Ganze soll nicht nur rein theoretisch bleiben, und nicht dafür dienen, dass wir uns einfach nur Wissen aneignen, sondern es soll uns herausfordern, im Glauben zu wachsen, und ganz praktisch das Gelernte auch in unserem Alltag umzusetzen.

Da ich allerdings die Mutter von 4 Kindern bin (alle im Alter von 1-7 Jahren), werde ich nicht oft dazu kommen, etwas zu schreiben. Habt also Geduld mit mir, und dann werden wir zusammen das Abenteuer erleben können, einen Abschnitt und dann irgendwann ein ganzes Buch der Bibel gemeinsam zu studieren. Welcher Abschnitt, bzw. welches Buch das sein wird, werde ich in meinem nächsten Post schreiben.

Ich hoffe, dass ihr alle genauso viel Spaß dabei habt wie ich, aber auch von Gott immer mehr durch sein Wort zu der Frau verändert werdet, die er in euch sieht, was er hoffentlich auch in mir tut.